Queen können nicht nur große Rockhymnen, sondern auch ganz leise Töne: Love of My Life gehört zu ihren berührendsten Balladen. Freddie Mercury schrieb das Lied für das Album A Night at the Opera, auf dem es 1975 erstmals erschien. Heute ist es aus der Geschichte der Band kaum wegzudenken – dabei wurde es zunächst weder als Single veröffentlicht noch gleich ins Konzertprogramm aufgenommen.
Die Studioaufnahme steckt voller liebevoller Details. Zu Freddies Klavier und den vielschichtigen Gesangsharmonien kommt ein ungewöhnliches Instrument: eine Harfe, gespielt von Brian May. Dafür musste der Gitarrist allerdings nicht erst zum Harfenvirtuosen werden. Wie er später erzählte, arbeitete er sich Akkord für Akkord durch die Aufnahme. Das Stimmen des Instruments sei dabei aufwendiger gewesen als das Spielen!
Der Titel klingt nach einer großen Liebeserklärung, doch im Text stehen auch Schmerz und Verlust im Mittelpunkt. Jemand bittet die geliebte Person, nicht zu gehen und die gemeinsame Liebe nicht aufzugeben. Für uns liegt der besondere Reiz in diesem Nebeneinander von Zärtlichkeit und Traurigkeit: Die Melodie ist sanft, die Gefühle sind umso stärker.
Auf der Bühne bekam das Lied ein anderes Gewand. Brian May arrangierte es für zwölfsaitige akustische Gitarre, und aus der aufwendigen Albumfassung wurde ein inniges Duett mit Freddie Mercury. Dazu kam bald eine dritte Stimme: das Publikum. Bei den Konzerten sangen die Fans ganze Passagen mit – besonders eindrucksvoll etwa bei Rock in Rio 1985.
Dass gemeinsames Singen Menschen verbindet, kennen wir natürlich auch aus dem Chor. Bei „Love of My Life“ kann man hören, wie selbst aus einem riesigen Konzert ein persönlicher Moment wird. Hier ist das offizielle Video vom Queen-Kanal mit Freddie Mercury und Brian May in der akustischen Livefassung:
Quellen zum Hintergrund: QueenOnline: Vom Albumstück zum Konzertliebling; QueenOnline: Die Livefassung und Rock in Rio; QueenOnline: Hintergrundbeitrag mit Brian Mays Erinnerungen an die Harfenaufnahme. Die Beschreibung von Stimmung und Text ist unsere eigene Einordnung.